Sardinien: Ein Meer von Emotionen


Text & Bilder: Nicoletta De Rossi

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Die Küste im Nordosten Sardiniens und der Maddalena-Archipel stehen der Karibik an Schönheit in nichts nach.

Am Hafen von Cannigione am Golf von Arzachena scheint die Sonne, und keine Wolke ist am Horizont zu sehen. Der Wind bauscht die Segel unseres Segelboots auf, und wir gleiten ungestört übers Wasser. Richtung Korsika sieht man die weißen Schaumkronen der Wellenkämme – Zeichen für einen starken Wind, aber an der Straße von Bonifacio ist es immer windig. „Das ist auch der Grund, warum dieses Stück Meer zwischen Nordsardinien und Korsika so fischreich ist, denn die starke Strömung bringt viel Nahrung mit sich.

Hier trifft man auf Bernsteinmakrelen, Barrakudas, Thunfische, Mondfische und Petersfische, aber auch Riesen-Zackenbarsche, Kraken, Langusten und Hummer sind hier zuhause.“, erzählt unser Kapitän. An der Küste erkennt man weit oben das Wahrzeichen der sardischen Region Gallura: Capo d’Orso (Bärenkap). Der Wind prägt hier seit jeher das Menschenleben und formt die Landschaf mit bizarren windzerzausten Felsen – eine wunderbare und einzigartige Kulisse für unseren Segelbootsausflug! Die Farben des Meeres sind erstaunlich: Das türkisgrüne Wasser steht hier der Karibik an Schönheit und Faszination in nichts nach. Unsere Vorfreude auf den Maddalena-Archipel steigt.

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Einmalige Meerlandschaften
Der Archipel besteht aus sieben größeren und zwanzig kleineren Inseln, deswegen ist die Orientierung vom Meer aus nicht immer einfach. Selbst von der Küste aus hat man – wenn man sich nicht gut auskennt – oft Zweifel, weil die kleineren Inseln teilweise so nebeneinander liegen, dass man sie kaum noch unterscheiden kann. Der gesamte Archipel mit dem umgebenen Meer gehört seit 20 Jahren zum gleichnamigen Nationalpark (Parco Nazionale dell’Arcipelago di La Maddalena). Im Park herrschen strenge Regeln, was das Bootfahren und das Ankern in der Nähe einiger Inseln betrifft: Der weltberühmte Strand Spiaggia Rosa auf der Insel Budelli ist beispielsweise gesperrt und kann nur noch von weitem bewundert werden. Beim Sonnenschein schillert der Sand dieses Strandes tatsächlich rosa! Für alle zugänglich ist dagegen der ebenso wunderschöne, weiße Sandstrand Spiaggia del Cavaliere, nicht weit davon entfernt. Vincenzo Apuzzo, Inhaber der Tauchbasis „Nautilus Diving Center“ in Palau, hatte uns am vorigen Tag bereits erklärt, dass: „Auch zum Tauchen braucht man eine Genehmigung, und nur um die Insel Monaci kann man noch frei tauchen.“

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Während unseres Ausfluges treffen wir auf kein einziges Boot: Heute gehört dieses Paradies nur uns! Betäubt von so vieler Schönheit, springen wir in das wunderbare Wasser und sind wunschlos glücklich: So einfach und greifbar ist Glück! Als wir zurück fahren, färbt die Sonne am Golf von Arzachena den Himmel und die Landschaft rosa. Im Restaurant erwartet uns zum Abendessen ein königliches Fischmenü bei einem atemberaubend schönen Vollmond – begleitet von einem aromatischen Vermentino di Gallura.

Um die Reise nach Sardinien zu organisieren:. FTI Touristik
Parco Nazionale dell’Arcipelago di La Maddalena: www.lamaddalenapark.it

Am besten direkt mit dem Flugzeug nach Olbia, der Hauptstadt der Region Gallura, oder mit der Fähre vom italienischen Festland (von Genua, La Spezia, Livorno, Piombino oder Civitavecchia).

Villa del Golfo, Relais & Spa
Die edle und perfekt gepflegte große Anlage liegt wunderschön an einem Hang in Cannigione am Golf von Arzachena, mit Swimmingpool, Wellness-Center und ausgezeichneter Küche im eigenen Restaurant “Miraluna” – unvergessliches Frühstück!
www.hotelvilladelgolfo.com

Agriturismo La Colti
Wenn man keinen Fisch essen möchte, lässt man sich hier die typisch sardische Bauernküche schmecken. Im rustikalen Ambiente mit spektakulärem Grill, auf dem das sardische Spanferkel gebraten wird, isst man das, was täglich frisch an den Tisch gebracht wird.
www.lacolti.it

 TIPPS
Wenn man Energie braucht und auch ein paar Schmerzen loswerden möchte, geht man in der Region Gallura zu den Tombe dei Giganti (Gräbern der Riesen). An solchen Nekropolen (es gibt zirka 700 davon auf der Insel) tanken nicht nur die Einheimischen Kraft und Energie, darüber hinaus werden diesen Orten sogar therapeutische Wirkungen zugeschrieben – einer davon ist die Tomba dei Giganti von Li Mizzani, in der Nähe von Palau. Diese Nekropolen wurden immer in Richtung Osten und auf bestimmten magnetischen Punkten gebaut. In der Nähe der Ausgrabungen zu verweilen hilft angeblich bei Ischias, gegen Kopfschmerzen und allgemeinen Schmerzen, aber auch um das eigene mentale und emotionale Gleichgewicht wieder zu finden.

Associazione Uomo Natura Energia
www.uomoterra.it

Vierzig verschiedene Tauchplätze erwarten Tauchliebhaber in der Region Palau. Vincenzo und Stefanie vom Nautilus Diving Center können Ihnen die Unterwasser-Geheimnisse dieses Stückes Mittelmeer zeigen. www.divesardegna.com/de