In der Arena


Text: Ulrike Rauh   •   Bild: Fondazione Arena di Verona © Ennevi

Anfang Juli werde ich mit Freunden wieder nach Verona fahren. Die Plätze, Paläste und Kirchen wiedersehen, an der Etsch entlang spazieren und zwei Vorstellungen in der Arena besuchen: „Carmen“ und „La Traviata“. Wir werden einmal im Parterre sitzen, einmal auf den Gradini. Da oben saß ich schon vor vielen Jahren; auch damals gab es „Carmen“. Ich bin neugierig. Damals – da wurden vor der Vorstellung und in jeder Pause von Verkäufern bibite und panini angeboten, laut rufend, singend. Viele Familien hatten sich Speisen und Getränke  mitgebracht. Heute sei es nicht mehr erlaubt, in der Arena zu essen und zu trinken.
Als ich letztes Jahr im Mai in der Arena herumspazierte, wurden gerade die Kulissen für den Auftritt von Al Bano und Romina Power aufgestellt, Scheinwerfer überprüft, die Tonanlage kontrolliert. Das Konzert, im Fernsehen übertragen, sah ich im Hotel an. Was faszinierte mich mehr? Die Künstler oder die Begeisterungsstürme des Publikums?
Jetzt also Bizet und Verdi – ja, ich bin neugierig.

Die Nürnberger Autorin Ulrike Rauh hat mit dem Verlag Wiesenburg einige Bücher über italienische Städte veröffentlicht, darunter Verona, Venedig, Rom und Neapel.