Theatertage in Verona


Text & Bilder: Ulrike Rauh

Blick auf das Römische Theater

Überaus intensiv aber auch anstrengend waren bei Temperaturen von 30 Grad und darüber meine Tage in Verona, eine Stadt, die ich stets zu Fuß erlebe, mit   Espressopausen… Nach langer Renovierungszeit hatte das Archäologische Museum  oberhalb des Teatro Romano im Mai 2016 wieder geöffnet. So blickte ich auf einen Mosaikfußboden einer römischen Villa aus dem 3. Jahrhundert, auf Reste eines Freskos  von Caroto im Refektorium, auf große Statuen und kleine Bronzefiguren. Und dieses Mal sah ich auch eine Aufführung im Teatro Romano, und zwar Shakespeare’s „Julius Cäsar“, ganz modern inszeniert mit deutlichen Parallelen zur Gegenwart, mit reichlich Film -und Tonmaterial.
Doch der eigentliche Grund meiner Reise waren ja zwei Aufführungen in der Arena. Für den Besuch von „La Traviata“ am 5. Juli 2016  erhielt ich eine siebenseitige „Anleitung“. Der wichtigste Hinwies für mich: die Damen wurden gebeten, im Abendkleid zu erscheinen, die Herren im Gesellschaftsanzug.

Zu meiner Überraschung war die Arena keineswegs voll besetzt. Die Verkäufer von vini, acqua, pepsi, panini liefen wie vor vielen Jahren laut rufend  durch die Reihen. Wetterleuchten ließ manch einen Besucher mehr zum Himmel als zur Bühne blicken. Aber es hat nicht geregnet!  Wie immer starb Violetta einen langen dritten Akt.
Auch „Carmen“ war eine großartige Aufführung. Vielleicht noch spektakulärer als „La Traviata“, schon allein wegen des phantastischen Bühnenbildes und der überaus ein fallsreichen Regie von Franco Zefirelli. Auf der Bühne herrschte lebhaftes Treiben, die Menge war ständig in Bewegung. Pferde trabten und galoppierten, Kinder ritten auf Steckenpferden, das Ballett tanzte hinreißend.
Ich wollte nicht abreisen, ohne noch San Zeno begrüßt zu haben. Ruhe und Harmonie strömt diese Basilika aus, wie auch der weite, stille Platz davor.

Verona
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Die Nürnberger Autorin Ulrike Rauh hat mit dem Verlag Wiesenburg einige Bücher über italienische Städte veröffentlicht, darunter Verona, Venedig, Rom und Neapel.