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„Rigoletto“ in der Arena von Verona


Text & Bilder:  Ulrike Rauh

Buehnenbild zu Rigoletto 2017_2

Wie oft habe ich „Rigoletto“ schon gesehen? Doch zum ersten Mal werde ich diese Oper in der Arena von Verona erleben. Die Magie einer Aufführung spürt man eindringlich hoch oben auf den Stufen nahe der Ala. Tief unter mir blicke ich auf das Parkett, auf das Orchester, auf die Bühne, wo ein eindrucksvolles Bühnenbild aufgestellt wurde. Den Palast des Herzogs von Mantua hat man wie auch die opulenten Fresken aus den Sälen des Palazzo Te detailgetreu nachgebaut.
„Vino, birra, tonica, cola“ – wie immer die unermüdlichen Rufe der Getränkeverkäufer, die durch die Reihen gehen.
Plötzliche Stille setzt ein, als der Dirigent den Taktstock hebt. Die so bekannten Melodien fliegen aus dem Rund der Arena hinauf in den dunklen Abendhimmel, wo auch schon der Vollmond zuschaut. Besonders beeindruckend sind die Stimme und das Spiel des 31-jährigen Mongolen Amartuvshin Enkhbat in der Rolle des Rigoletto. Die vollen warmen Töne seines Baritons drücken all die Liebe zu seiner Tochter Gilda aus, seinen Schmerz und seine Verzweiflung, und auch seine unbändigen Rachegefühle.

Begeisterter Applaus nach jeder Arie, oft auch in die letzten Takte hinein, sei es bei „Bella figlia dell’ amore“, „Caro nome“ und natürlich bei „La donna è mobile“. Ein Theaterabend in der Arena von Verona ist nach der Aufführung noch lange nicht zu Ende. Man bummelt über die hell erleuchtete Piazza Brà, die Via Mazzini oder die Piazza delle Erbe und trinkt Wein oder Aperolspritz: So lässt man den Abend noch einmal vorüberziehen – die historisch angelegte Inszenierung, das Bühnenbild, die Kostüme, und vor allem Verdis Musik.

Arena von Verona_2
Auf der Piazza delle Erbe_2

Die Nürnberger Autorin Ulrike Rauh hat mit dem Verlag Wiesenburg einige Bücher über italienische Städte veröffentlicht, darunter Triest, Verona, Venedig, Rom und Neapel.

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