Santa Teresa di Gallura – das Tor zu Nordsardinien


Text & Bilder: Susanne Wess

Santa Teresa 05_2

An der nördlichsten Spitze Sardiniens tut sich ein besonders reizvolles Städtchen auf: Santa Teresa di Gallura.

Nur 15 Minuten dauert es von Santa Teresa di Gallura, um auf die Fähre nach Korsika zu gelangen. Bonifacio ist zum Greifen nah. Dass Santa Teresa – 1808 gegründet und benannt nach der Gemahlin von König Vittorio Emanuele I. –, einst ein kleines Fischerdorf war, erkennt man noch heute an den typischen kleinen pastellfarbenen Häusern, die zum Meer führen, vor denen noch heute so mancher Fischer seine Netze zum Trocknen auslegt. Doch nicht nur die Gassen, in denen zwischen bunten Läden und charmanten Cafés schon in den Morgenstunden quirlige Geschäftigkeit herrscht, locken Urlauber für einen ausgedehnten Tagesausflug an. Kleine Trattorien und luftige Restaurants offerieren sardische Spezialitäten, wie etwa mit Safran gewürzte Malloreddus oder Fregola mit Ragout (zwei typische Pastasorten der Insel), zu denen man gerne ein Glas Cannonau oder einen Vermentino aus der nahe gelegenen Gallura genießt. Besonders reizvoll ist auch der malerische, tief in einer Bucht liegende Hafen sowie der Strand Rena Bianca, der an vielen Stellen in zartem Korallenrosa schimmert und sich dank der auffrischenden Winde als Hotspot für Surfer etabliert hat. Wer neben all der Quirligkeit etwas Ruhe sucht, der sollte die kleine Felsenbucht, inklusive Naturbassin aufsuchen, die man nur wenige Meter neben der Torre Spagnola (Spanischer Turm) über einen gut begehbaren Treppenpfad erreicht. Obwohl der Trubel des Städtchens nur wenige Schritte entfernt ist, hat man die Mini-Bucht oft ganz alleine für sich und kann sich ungestört im glasklaren Wasser, umgeben von bunten kleinen Fischen, erfrischen.

Santa Teresa 04_2
Santa Teresa 01_2
Santa Teresa 02_2
Santa Teresa 08_2
Santa Teresa 06_2
Santa Teresa 07_2

TIPP
Capo Testa und Valle della Luna: bizarre Felsenwelt und Blumenkinder

Nur wenige Kilometer westlich von Santa Teresa di Gallura befindet sich ein weiteres Highlight des Nordens, das eine Erkundung lohnt: die Landzunge Capo Testa. Fantastische, bizarre, teils wie steinerne Tiere aussehende Formationen haben sich dort über die Jahrtausende durch den Mistral und die hohen Wellen in den Granitfelsen geformt. Doch nicht nur Lebewesen in Stein sind hier zu bewundern, sondern wer Glück hat, kann womöglich auch noch die eine oder andere Landschildkröte gemütlich über den warmen Boden marschieren sehen. Zudem bietet Capo Testa eine reiche Auswahl an kleinen Badebuchten, deren türkisfarbenes Wasser selbst den herrlichen Fluten der Karibik nichts nachsteht.
Von hier ist es nicht weit in das Valle della Luna (Mond-Tal), in das sich in den 60er und 70er Jahren zahlreiche Hippies zurückzogen. Bis heute leben noch einige 1968er –Blumenkinder in dieser skurrilen Felslandschaft, die von wilder Macchia umgeben ist und wo es sogar einige Granitblöcke aus der Römerzeit zu entdecken gibt.
Wenige Fahrtminuten weiter steht der Leuchtturm von Capo Testa, der die Bucht von Cala Spinosa krönt. Ein kleiner Spaziergang durch diese fast unwirklich anmutende Landschaft ist der Höhepunkt eines Ausflugs zum nördlichen Tor Sardiniens.

© ENIT
© ENIT