Jesi: die Geburtsstadt Friedrichs II.


Text & Bilder: Nicoletta De Rossi

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Zwischen sanften Hügeln in den Marken liegt die Stadt Jesi, die durch schöne Palazzi, zahlreiche Kunstschätze, eine große Weintradition und ein dem Stupor Mundi gewidmetes neues Museum den Besucher beeindruckt.

Die pastellfarbenen Stuckarbeiten an der Decke der über 70 Meter langen Galerie scheinen im Palazzo Pianetti in Jesi fast miteinander zu kokettieren. Die Sonne durch die großen Fenster beleuchtet die Galerie, welche die Reise des Menschen symbolisiert – eine durchaus elegante „Reise“, fast im Takt eines Menuettes. Als Besucher stellt man sich vor, wie die graziösen bemalten Vögelchen schön zu den verschiedenen Jahreszeiten zwitschern und die kleinen munteren Putten miteinander scherzen. Der Rokokostil erreicht hier einen Höhepunkt an Raffinesse, die jedem Mund und Augen offen stehen lässt: Was für ein anmutiges Spektakel! Am Ende dieser „Reise“ zeigt der Palast aus dem 18. Jh. eine beeindruckende Sammlung von über 200 alten Vasen für Apotheker in den unterschiedlichsten Formen, alle jedoch mit gleichem Muster. Der Palazzo beherbergt auch die Pinacoteca Civica, in der man berühmte Meisterstücke von Lorenzo Lotto, wie die Gemälden Madonna delle Rose (1526), Pala di Santa Lucia (1532) und Deposizione di Cristo (1512), entdeckt. Draußen wärmt die Sonne den großen Platz della Repubblica auf, wo das historische Theater Pergolesi thront: Das Theater, das dem berühmten Sohn der Stadt, dem Komponisten Gian Battista Pergolesi, gewidmet ist, wurde zwischen 1791 und 1796 erbaut und 1798 feierlich eröffnet. Draußen präsentiert sich das Gebäude relativ bescheiden, aber der grandiose innere ellipsenförmige Theaterraum, der über 700 Zuschauern Platz bietet, und die Bühne lassen dank den unzähligen prächtigen Dekorationen jeden staunen. Von dieser Piazza aus schlendern die Einheimischen gerne durch die Flanierstraße Corso Matteotti: Vor allem gegen Abend wimmelt es hier von Leuten, die shoppen oder einen Spaziergang machen. Weitere Schätze bewahrt der Palazzo della Signoria aus dem 15. Jh. in der Biblioteca Planettiana: In der Sala Maggiore mit einer schönen hölzernen Decke findet man eine große historische Sammlung von Büchern und einzigartige Globen aus Pergament – hier entdecken wir auch eine Postkarte aus Berlin des Komponisten Gaspare Spontini, der in der Nähe von Jesi geboren wurde und über 20 Jahre lang in der deutschen Hauptstadt als Generalmusikdirektor tätig war.

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Der „Stupor Mundi“ wurde in
Jesi geboren

Die Stadt Jesi schaut auf eine lange Zeit zurück. Wahrscheinlich im 4. Jh. vor Chr. gegründet, finden sich in der Altstadt Reste eines römischen Theaters aus dem 1. Jh. nach Chr. Romantisch wirken die kleinen und teilweise engen und steilen Gassen sowie die vielen Bögen und Stadttore, die von der mächtigen, ungefähr eineinhalb Kilometer langen Stadtmauer aus der Renaissancezeit geschützt werden: Bei einem Spaziergang genießt man auch den wunderschönen Blick auf die malerische hügelige Landschaft rund um die Stadt. Der berühmteste Sohn der Stadt ist aber Friedrich II. der hier 1194 geboren wurde: Ein großer Platz ist dem Hohenstaufen-Kaiser gewidmet – und seit Juli 2017 auch ein innovatives multimediales Museum. Die permanente Schau im Palast Ghislieri veranschaulicht durch Bildschirme, 3D-Rekonstruktionen, Leinwände und Musik das Leben des Staufers, der als „Stupor Mundi“ (das Staunen der Welt) bekannt ist – so hat der Besucher einen Grund mehr, Jesi zu besuchen! Am Abend gönnen wir uns ein schmackhaftes Abendessen, begleitet von einem exquisiten Verdicchio dei Castelli di Jesi mit Blick auf die Hügel, die über die Stadt wachen.

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© Stefano-Binci
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TIPPS

Wer Jesi besichtigt, sollte auch einen Ausflug zu den großartigen Grotten von Frasassi mitplanen. Der touristische Besuch erstreckt sich über 1500 Meter und dauert ungefähr eine Stunde.
Ganz in der Nähe lohnt sich der Spaziergang zum Santuario Madonna di Frasassi, einem Denkmal zu Ehren des Papstes Leone XII in außergewöhnlicher Lage unter einem Felsen, wo eine Krippe mit lebendigen Figuren in der Weihnachtszeit inszeniert wird.
In Genga hält man bei der mystischen Abtei San Vittore aus dem 10. Jh. an: Der schöne lokale romanische Stil erinnert durch die Höhe der Bauten schon an die Gotik.
Grotte di Frasassi: www.frasassi.com

Hotel Ristorante Le Grotte
In sehr schöner, strategischer Lage bietet das Hotel großzügige Zimmer mit jedem Komfort, ein modernes Spa-Bereich und ein Pool mit Salzwasser und Whirlpool mitten im Garten. Schmackhafte, traditionelle Gerichte im eigenen, in der Region sehr bekannten, Restaurant.
www.hotellegrotte.it

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Über die Stadt Jesi: www.turismojesi.it
Über die Region Marche: www.turismo.marche.it
Um Ihre Reise in den Marken am besten zu organisieren: www.esitur.com
Lorenzo Lotto in den Marken: www.lorenzolottomarche.it
Museo Stupur Mundi: www.federicosecondostupormundi.it
Teatro Pergolesi: www.fondazionepergolesispontini.com

Hotel Federico II
Elegant eingerichtete Zimmer mit jedem Komfort bietet das nur 4 km von Jesi entfernte 4-Sterne-Hotel mit einem 350 qm großen Spa, Schwimmhalle und Swimmingpool, Fitnessraum und Garten. Reichliches Buffet zum Frühstück, das keinen Wunsch offen lässt.
www.hotelfederico2.it

Dietro le Quinte
Das Restaurant an der zentralen Piazza della Repubblica verfügt über einen schönen Garten mit Blick auf die Hügel rund um Jesi. Leckere Küche mit neuen Rezepten, die geschmackvoll präsentiert werden.
www.hostariadietrolequinte.it

Wein und Öl für Feinschmecker
Auf 350 ha erstreckt sich der landwirtschaftliche, bio-zertifizierte Betrieb Pieralisi mit 100 ha großem Weinberg und einem Olivenhain von 50 ha. Die wichtigste Rebsorte ist hier der Verdicchio di Jesi: Der frisch schmeckende Wein verdankt seinen Namen der Farbe „verde“ (grün). Unter der Marke Monte Schiavo werden hier jährlich 1,5 Mio Weinflaschen produziert. Unser besonderer Tipp: der Verdicchio dei Castelli di Jesi DOC Spumante Brut TASSANARE. Pieralisi ist auch der größte Hersteller von Öl-Pressen.
www.monteschiavo.com 

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Ein Museum für den Stupor Mundi in Jesi