Der Zauber der Insel Palmarola


Text & Bilder: Nicoletta De Rossi

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Die kleine unbewohnte Insel Palmarola im Pontinischen Archipel ist ein Naturparadies, das seinesgleichen im Tyrrhenischen Meer sucht.

Wenn der Sommer vorbei ist, und die meisten Touristen Ponza verlassen haben, beginnt die Weinlese auf den steilen Hängen der Insel, und die Ponzesi gewinnen ihre Inseln für sich zurück. Dies ist die richtige Zeit, um einen Bootsausflug zur kleinen unbewohnten und bezaubernden Nachbarinsel Palmarola zu machen. Sieben Seemeilen trennen dieses kleine Paradies von Ponza, der Hauptinsel des Pontinischen Archipels. Vom alten Hafen unter den bourbonischen Mauern aus fährt man Richtung offenes Meer.
Vorbei an der Punta della Guardia öffnet sich ein wunderschönes Panorama mit Blick auf das weiße Riff des Capo Bianco. Von hier sehe ich schon gut die nahe gelegene Insel Palmarola. Auf der kleinen Insel, die ein Naturschutzgebiet ist, erlebt man nahezu unberührte Natur. Die einzigen Spuren von Zivilisation sind hier einige case-grotta – in den Felsen gehauene Häuser – und ein nur in der Hochsaison geöffnetes kleines Lokal. Seit dem Jahre 538 nach Chr. wacht über sie der heilige Silverio, dem hier eine kleine Kapelle auf den Felsen gewidmet ist – mit einer bewegenden Prozession beginnen genau hier die Feierlichkeiten für den Schutzpatron Ponzas jedes Jahr im Juni. Die überwältigende Schönheit und die Vielfältigkeit von Palmarola entdeckt man erst, wenn man mit einem kleinen Boot die Küste entlang fährt. Cala Brigantina und Cala Tramontana mit der Cattedrale: Dies sind nur einige der wunderschönen Buchten dieser faszinierenden Insel. Die Stille um Palmarola ist betörend, ich höre nur die Wellen sich am Ufer brechen, die Segel im Wind knattern und ein paar Möwen schreien – sonst nichts. An der Cala del Porto steige ich aus dem Boot und gehe ans Ufer: Schwarze glänzende Steichen aus Obsidian kleben jetzt an meinen Füßen und Beinen und verraten mir den vulkanischen Ursprung der magischen Insel, deren Felsen von Zwergpalmen geschmückt sind. Auch hier nichts wie Stille: wunderschön, fast unheimlich. Ein Boot schaukelt leise auf dem Wasser, fast schwebt es über dem Wasser, so durchsichtig ist das Meer um Palmarola! Die Insel ist ein echtes Paradies im Mittelmeer. Sind wir sicher, dass die Zauberin Circe aus der Odyssee hier nicht zuhause war? Hinter der Silhouette der Insel taucht die Sonne später ins Meer und schenkt mir einen atemberaubenden Sonnenuntergang.

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