Gubbio, eine Stadt zum Träumen


Text & Bilder: Nicoletta De Rossi

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In der Region Umbrien verführt Gubbio den Besucher mit einem faszinierenden, romantischen Stadtbild.

Monte Ingino in vielen Terrassen hoch. Vor allem in der Weihnachtszeit hat man in seinen mittelalterlichen Gassen und auf den unzähligen Treppen das Gefühl, Teil der Inszenierung einer Krippe zu sein. Empfangen wird man als Besucher in der umbrischen Stadt aber mit dem großartigen Anblick eines antiken römischen Amphitheaters: Vom Viale Parruccini aus sieht man ihn allein im Parco del Teatro Romano thronen. Wir halten kurz an, denn solch ein Bild mit der Stadt im Hintergrund bekommt man nicht oft.

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Umgeben vom Mittelalter
Im Nu sind wir im Zentrum vor der Kirche San Francesco angekommen. Gegenüber erstreckt sich eine Loggia, unter deren Arkaden gerade ein Markt stattfindet. Einen kurzen Blick werfen wir in das Innere der Kirche Santa Maria dei Laici aus dem 14. Jh. hinein und entdecken einen der Jungfrau Maria gewidmeten großartigen Zyklus.
Es geht los, und wir „verlieren“ uns in den engen und schattigen Gassen Gubbios, die nach oben streben. Vorbei an der Kirche San Giovanni führt uns der Weg immer weiter nach oben, Richtung Himmel. Viele Ausblicke auf die Dächer der Stadt schenkt uns dieser Spaziergang: Die Brauntöne der mittelalterlichen Gebäude dominieren das gesamte Bild der Ortschaft, deren Hintergrund die üppige Vegetation ist. Oben können wir uns der Anziehungskraft der Fontana dei Matti (der Verrückten) nicht entziehen. Laut der Tradition sollte man dreimal rund um den Brunnen laufen: Wird auf diese Art und Weise die Gefahr, verrückt zu werden, gebannt? Oder war es anders? In der Tat heißt der Brunnen Fontana del Bargello, und Matti steht für offene und aufgeschlossene Geister.
Wir laufen auf der langen Via dei Consoli, bis wir die gigantische Piazza Grande erreichen: Der große Palazzo dei Consoli zeigt hier seine mächtige Silhouette. Ein Belvedere über die Stadt, die in der Dämmerungsstimmung träumerisch und romantisch aussieht, bietet sich an. Im Palast ist das städtische Museum untergebracht, auch hier steigt man eine steile Treppe hinauf. Unter den vielen Exponaten bestechen die sogenannten Iguvinischen Tafeln: der längste Ritualtext aus dem antiken Italien!
Die Sonne neigt sich gegen den Horizont. Wenn wir uns beeilen, können wir noch den spektakulären Sonnenuntergang erleben: Wir nehmen den Aufzug in der Via XX Settembre, der zur Kathedrale von Gubbio führt. Ein kleiner, mit Olivenbäumen
verzierter Garten bietet einen atemberaubenden Blick auf den Palazzo dei Consoli und auf ganz Gubbio. In fast mystischer Stille sitzen wir da und warten, dass die Sonnenstrahlen Himmel und Gebäuden eine goldfarbige Stimmung geben und genießen diese unvergesslichen Momente. Über uns wacht die Kathedrale von Gubbio, die sich ebenfalls golden färbt.
Als die Sonne endgültig am Horizont verschwunden ist, steigen wir wieder hinunter und lassen uns die Geschichte des heiligen Ubaldo, des Stadtpatrons, und die Geschehnisse der Festa dei Ceri von unserer Führerin Simona erzählen. Am 15. Mai jedes einen Jahres werden drei riesige Holzpfähle mit bis zu 400 kg schweren Statuen (ceri) von verschiedenen ceraioli (so heißen die Männer, die geteilt in drei Stadt-Mannschaften die ceri tragen) rennend durch die Stadt bis zur Basilika von Sant‘Ubaldo getragen: Tausende von Menschen schauen den einzigartigen Wettkampf zu und feuern die Mannschaften an!
Es ist dunkel geworden in Gubbio. Wir kehren in ein typisches Restaurant ein, wo wir Bilder des größten Weihnachtbaums der Welt finden, der seit 1988 jedes Jahr ab dem 7. Dezember die Stadt weihnachtlich schmückt.

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Umbertide
Auf dem Weg nach Gubbio lohnt sich ein Besuch in Umbertide. Die kleine Stadt liegt mitten im Grünen und hat heute noch eine gut erhaltene mittelalterliche Burg. Das Stadtbild wird aber von der achteckigen Silhouette der Collegiata Santa Maria della Reggia geprägt: Das Innere der Kirche mit sehr hohen Säulen sieht wie ein runder Tempel aus. Im Museum “Chiesa Museo di Santa Croce” bewundert man die Kreuzabnahme von Luca Signorelli.

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Abtei San Salvatore di Montecorona
Mystische Atmosphäre herrscht in der Krypta der um das Jahr 1000 gebauten Abtei San Salvatore di Montecorona.

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Reisen in Umbrien organisiert die Agenzia Viaggi Stoppini 

Einen Minibus mit zuverlässigem und
erfahrenem Fahrer bietet Alessandro Cenci an

Für eine Führung in deutscher Sprache:
Simona Fanelli
Tel. 075/9411194
simona.fnll@gmail.com

Poggio Manente
Von einem schönen Park umgeben bietet das auf einem antiken Bauernhof gebaute Country Hotel 19 romantische Zimmer und eine kleine Spa. Signor Francesco mit Familie führt das charmante Haus, in dem sich auch ein viel besuchtes Restaurant findet: Im gemütlichen Ambiente lässt man sich die typisch italienische Küche, wie Risotto mit Steinpilzen, Ravioli mit Ricotta oder Tiramisu, schmecken.
www.poggiomanente.com

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La taverna del lupo
Das traditionsreiche Restaurant im Herzen der Stadt Gubbio überzeugt seit knapp 50 Jahren mit lokalen Gerichten und einem gemütlichen und eleganten Ambiente. Nudeln und Brot werden hier hausgemacht. Himmlisch schmeckt der Risotto mit Kürbis, Steinpilzen und Käsecreme.
www.tavernadellupo.it

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