Palermo: Italiens Kulturhauptstadt 2018


Text & Bilder: Nicoletta De Rossi

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Palermo fasziniert jeden mit seinem arabischen und normannischen Erbe und mit der Lebendigkeit seines Alltags: Die Kulturhauptstadt Italiens 2018 bezaubert aber auch mit stillen Oasen der Ruhe.

Palermo zieht einen in seinen Bann. Die italienische Kulturhauptstadt 2018 lässt jeden staunen und nicht nur im arabisch-normannischen Stadtviertel, wo sich Meisterwerke wie die Cappella Palatina, die Kathedrale oder die Kirche San Giovanni degli Eremiti befinden, die 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden. Geschmückt wird die Hauptstadt Siziliens auch von ihren lebendigen Märkten, wie dem Ballarò. Schon früh am Morgen beginnt hier bereits der Zauber von Palermo. Der historische Markt Ballarò berauscht Palermitaner und Besucher mit seinen Farben und Düften. Obst und Gemüse, Fisch und Street-Food werden hier in großen Mengen an den bunten Ständen neben Kräutern, Gewürzen und der typischen Süßigkeit Frutta Martorana angeboten. Die Preise der Ware sind sehr günstig. Ich frage mich, ob das Leben in Palermo wirklich so wenig kosten kann? Rund um den Markt arbeiten Menschen hinter renovierungsbedürftigen Türen und Fassaden: Einige Gebäude scheinen jederzeit zusammenbrechen zu können. Ich gehe durch Gassen, die total verlassen scheinen, doch hängt überall bunte Wäsche zwischen den Gebäuden.

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Das arabisch-normannische Palermo
Irgendwann entdecke ich die roten Kuppeln der Kirche San Giovanni degli Eremiti, die an eine Moschee erinnert und Roger II. um 1132 erbauen ließ. Nicht nur die Stilmischung des Gebäudes macht die Faszination dieser Kirche aus: Im üppigen Garten gibt es einen Kreuzgang mit anmutenden, zierlichen, weißen Zwillingsäulen. Hier gedeihen unzählige Pflanzen und Blumen, wie Rosen, Granatapfelbäume und Palmen. Mir fällt es schwer, diesen zauberhaften Ort zu verlassen, denn in dieser Stille kann man den Alltag schnell vergessen. Nicht weit von hier entfernt befindet sich das Must eines jeden Besuchs in Palermo: die Cappella Palatina. Atemberaubend finde ich die glänzenden Mosaiken auf goldenem Grund, welche die oberen Wandteile und die Bögen der Kapelle bedecken. Ich könnte hier den ganzen Tag verweilen, und nur die Tatsache, dass mein Besuchsprogramm recht voll ist, reißt mich von diesem fabelhaften Ort weg. Die Schlange vor dem Eingang ist inzwischen länger geworden – gut, dass ich schon so früh hiergekommen bin. Das Stadtzentrum Palermos ist eine einzige große Fußgängerzone, deswegen laufe ich in der Mitte der Straße Via Vittorio Emanuele, ohne mir groß Gedanken wegen des Verkehrs zu machen. Fast unerwartet stehe ich vor dem Wahrzeichen der Stadt, der Cattedrale Maria Santissima Assunta. Das rosafarbige Gebäude thront majestätisch am mit Palmen geschmückten Platz dei Setteangeli. Der Normannendom wird sie auch genannt, weil sie 1170-1185 unter normannischer Herrschaft anstelle einer Moschee errichtet wurde. Sie zeigt einen erstaunlichen Mix an Stilen: Ja, die Kathedrale ist das Symbol des Schmelztiegels der Kulturen, der Palermo prägt. Von der Dachterrasse aus genießt man einen wunderschönen Panoramablick über die ganze Stadt. Der Blick erstreckt sich hin bis zum Meer, das fast greifbar erscheint. Ans Ufer möchte ich jetzt, um dort mit Ruhe die vielen Eindrücke zu sortieren, die auf mich eingeprasselt sind. Vorbei an dem „salotto“ der Palermitaner, dem Platz Quattro Canti, mit seiner beeindruckenden Architektur gehe ich zielstrebig in Richtung Meer. Die Uferpromenade ist großartig, die Temperatur angenehm und die Bänke einladend – und so vergesse ich den Verkehr hinter mir auf der Hauptachse der Stadt, dem Foro Italico.
Tipp: Palermo ist eine Street-Food-Metropole, probieren sollte man hier die „arancine“, frittierte mit Fleisch gefüllte Reisbällchen, die wegen Farbe und Form an eine Orange erinnern.

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