Tindari: Natur, Geschichte und Glaube


Text & Bilder: Nicoletta De Rossi

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Ein Naturspektakel, das seinesgleichen sucht, bieten die an der nordöstlichen Küste Siziliens gelegenen Laghetti di Marinello von der Wallfahrtkirche von Tindari aus, während die alte griechische Stadt Tyndaris den Besucher mit einem wunderschönen Theater überrascht.

Am steil über dem Meer gelegenen Belvedere der Wallfahrtkirche von Tindari drängen sich die Besucher, um den atemberaubenden Blick auf die unten liegenden Laghetti di Marinello zu erhaschen. Es sind die Sandbänke, die hier aus dem Meer auftauchen und ein unglaubliches Farbspektakel bieten, weil der weiße Sand mit dem türkisblauen Meer kontrastiert. Obwohl sie in den letzten Jahren stark zusammengeschrumpft sind, bleiben sie eine echte Attraktion an der nordöstlichen Küste Siziliens. Man sollte vormittags hierher kommen, denn am Nachmittag liegt das knapp 270 Meter tiefer liegende faszinierende Farbspiel im Schatten. Die Laghetti befinden sich im 378 ha großen Naturreservat und ändern Farben und Form je nach Flut, Wetter und Lichtverhältnissen. Mit einem bisschen Glück kann man hier auch auf Flamingos treffen.  Die meisten Besucher aber kommen nicht deswegen nach Tindari, sondern um die Schwarze Madonna in der Wallfahrtkirche zu ehren. Zum Gipfel hoch bis zur Wallfahrtskirche schlängelt sich eine Serpentinenstraße. Oben angekommen wird man von einer riesigen Kirche und vielen Souvenirläden empfangen. Die moderne Kirche erhebt sich an der Stelle der antiken Agora und ist Ziel eines nie abreißenden Stroms von Pilgern, die zur byzantinischen Madonna Bruna wollen. Über die Architektur der Kirche kann man sich sicherlich streiten, aber die Atmosphäre im Inneren des Heiligtums und die Inbrunst der betenden Gläubigen vor der Statue der Schwarzen Madonna sind wirklich beeindruckend.

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Zurück in die Antike
396 v. Chr. von den Griechen auf einem 270 Meter hohen Kalksteinfelsen zu Ehren des mythischen Königs Tyndaros gegründet, erlebte das alte Tyndaris seine Blütezeit aber erst unter den Römern. Ein kurzer, mit kleinen Spezialitätenläden flankierter Weg führt von der Kirche bis zum Teatro greco. In der Ausgrabungsstätte besticht das wahrscheinlich im 4. Jh. v. Chr. erbaute Theater vor allem wegen seiner großartigen Lage. Es schmiegt sich an den Hang und bietet einen traumhaften Blick aufs Meer: Von hier aus hat man tatsächlich den Eindruck, die Liparischen Inseln am Horizont mit der Hand erreichen zu können.

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TIPP
Schön ist der Wanderweg Coda di Volpe: vom Santuario aus hin und zurück ca. 5 km.

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Das Fest der Madonna del Tindari wird am 7.-8. September zelebriert 
www.santuariotindari.it

Riserva Naturale Orientata Laghetti di Marinello

Das antike Tyndaris: Unter den archäologischen Resten befinden sich auch eine römische Villa und eine Basilika; ein kleines Museum zeigt ein Modell der antiken Stadt.

www.visitsicily.info

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