Italien und il sole


Interview: Nicoletta De Rossi    •    Bilder: Oliver Christa, privat

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Für den BR-Journalisten Oliver Christa beschreiben die italienischen Wörter „sole“ und „stupendo“ Italien am besten!

Unser Gespräch mit dem Journalisten aus dem BR-Studio in Augsburg führen wir an einem sonnigen Tag, und es ist tatsächlich „sole“ das Wort, das er sofort als typisch für Italien empfindet: “Ich bin ein  Mensch, der es gerne warm hat, und `sole´ hat mit dem Licht zu tun, das in Italien so besonders ist. Darüber hinaus ist das Lied `O sole mio´ eines der bekanntesten überhaupt,“ erklärt Christa. Die Italiener? Sie haben eine grundlegende positive Einstellung zum Leben, daher sehen sie meistens das Glas immer halb voll. Sie sind spontan und offen – „echte Organisationstalente!“ ergänzt Christa schmunzelnd.
Die italienische Halbinsel übt auf ihn eine starke Faszination: „Es mag auch banal erscheinen, aber das Faszinierendste an Bella Italia ist, wenn man vom Brenner-Pass in den Süden herunterfährt. Dann ändern sich rasch Wetter, Licht und Klimabedingungen: traumhaft! All diese Klischees, die wir Deutsche gleich mit Italien verbinden, gibt es tatsächlich und daher bekommen wir Sehnsucht, nach Italien zu fahren.“ Deswegen lieben die Deutschen zum Beispiel so sehr den Gardasee, weil sie dort Olivenbäume und Zitronen finden, die eine starke südliche Ausstrahlung haben.
Ein Lieblingsort in Italien hat Christa selbstverständlich auch. Es ist ein Ort, den der Journalist seit seiner Kindheit nicht mehr besucht hat. Nach der Empfehlung von Arbeitskollegen entschieden die Christas in den 70er Jahren nach Italien mit dem Wohnwagen zu fahren – und gleich in den tiefsten Süden, an den Sporn Italiens, ins apulische Gargano. Auf der Fahrt dahin machten sie eine Rast in San Benedetto del Tronto. Nach der Mahlzeit badete der kleine Christa in der flachen, glatten und warmen Adria. Der Badeort in der Region Marche kam ihm in dem Moment fast paradiesisch vor. „Dieser Nachmittag hat sich in meinem Gedächtnis unauslöslich eingeprägt: Dies ist zweifelsohne mein Lieblingsort in Bella Italia,“ behauptet er entschieden.

Ob er auch ein italienisches Lieblingswort hat? Selbstverständlich, und es ist das Adjektiv „stupendo“. „Während einer Führung in Rom“, erzählt Christa, „benutzte eine Archäologin immer wieder dieses Adjektiv. Das fand ich so schön, denn es drückt das Wunderbare und das Staunen aus. Das verbinde ich immer mit den positiven Gefühlen, die Italiener sehr oft haben. Sie werden ständig von ihrem Land und ihren Schätzen begeistert.“
Sein italienisches Lieblingsgericht ist definitiv ein Teller Pasta. Auf ein secondo könnte er verzichten, aber niemals auf Nudeln: Ihm schmecken zum Beispiel Nudeln mit Thunfisch und Kapern sehr gut. Unter den italienischen Liedern gefällt ihm am besten „Un’estate italiana“ von Gianna Nannini, nicht nur wegen der Fußballmeisterschaft (1990), sondern auch weil die Sängerin eine italienische Sommernacht besingt und damit dem typisch italienischen Lebensgefühl Ausdruck gibt. „Ich möchte so sehr einen ganzen Sommer in Italien verbringen können,“ fügt er sehnsüchtig hinzu.

Oliver Christa ist Redakteur im BR-Studio Schwaben in Augsburg. Ab und zu arbeitet er auch noch als Reporter für die Bergsteiger- und Reiseredaktion des Bayerischen Rundfunks und ist immer wieder auf Recherche in Italien unterwegs. Knapp ein Jahr hat er in Rom studiert und dort nebenher als Reiseführer gearbeitet. Darum begleitet er privat auch heute noch Reisegruppen nach Rom und zeigt ihnen die bekannten und versteckten Ecken der ewigen Stadt.
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