Italien auf der Biofach 2019


Text und Bilder: Nicoletta De Rossi

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Mit knapp 3000 Ausstellern hat die Weltleitmesse Biofach 2019 in Nürnberg ihr 30. Geburtstag gefeiert: 402 Aussteller kamen allein aus Italien. Hier finden Sie unsere Eindrücke über einige italienische Bioprodukte auf der Nürnberger Messe.

Auf der Messe Biofach in Nürnberg werden alle Sinne angeregt, nicht nur der Geschmack und der Geruchsinn, denn auch „Das Auge isst mit“! Die Biofach 2019 bot den Besuchern  eine großartige Farbenfracht durch die Vielfalt der ausgestellten Bioprodukte. Das Herz ging einem bei den italienischen Ständen besonders auf: Die typisch mediterranen Farben zogen alle Blicke auf sich, und unwiderstehliche Geschmäcker ließen jeden Besucher sofort an das Land, „wo die Zitronen blühn“, denken – dabei wurden wieder die Erinnerungen an den letzten Urlaub in Bella Italia wach.

Bella Italia auf der Biofach 2019
Brot, Olivenöl, Käse, Salami, Pasta, Tomaten und Wein: Die Klassiker der italienischen Bioproduktion begeisterten die Fachbesucher auch auf der Biofach 2019. Verführerisch sah der Stand der Natur-Backstube Profanter (www.profanter.it) aus, wo man das traditionelle Schüttelbrot auch in der mediterranen Form von Grissini kosten konnte: Die Südtiroler Spezialität vereint so in sich die beiden Seelen der alpinen italienischen Region. Eine deutsch-italienische Seele haben auch die Bioprodukte von LaSelva Bio-Feinkost (www.laselva.bio). Auf der Biofach 2019 hat sich das Unternehmen mit dem Motto „Tipico italiano & toscano“ präsentiert: Damit wird verstärkt auf die Regionalität im biologischen Anbau gesetzt. Am Stand überzeugte zum Beispiel das Ketchup aus 100 Prozent toskanischen Tomaten mit Balsamico und Traubenmost.

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Bioitalia 2 Biofach 2019 NDR_2
Bioitalia Biofach 2019 NDR_2

Ein Konsortium für Biohersteller
Um die 50 Aussteller und Mitglieder hat das italienische Konsortium „Il Biologico“ heuer nach Nürnberger gebracht – in Zusammenarbeit mit dem Konsortium „Bioexport“, das beispielweise für die internationale Zertifizierungen dieser Produkte zuständig ist. Unter der Obhut des Konsortiums „Il Biologico“ befinden sich verschiedenste Biohersteller aus Bella Italia – einige davon sind echte Pioniere der italienischen Bio-Welt, wie Bioitalia (www.bioitalia.it). Das Unternehmen aus Kampanien – ursprünglich nur ein Olivenölhersteller – schlug den Weg zum biologischen Anbau schon 1994 ein. Heute bietet die Firma unzählige Bio-Lebensmittel: neben Olivenöl, Tomaten und Nudel, auch Eingelegtes, Weine oder fertigte Suppen. Valentina Di Costanzo betonte auf der Biofach 2019, dass sämtliche Produkte ihrer Firma rigoros zertifiziert sind – und zwar in der ganzen Produktionskette. Auch Salumificio Pedrazzoli (www.salumificiopedrazzoli.it) gehört zu den ganz ersten italienischen Bioproduzenten und zu den wenigen Herstellern von Bio-Salami und Bio-Wurst. Elisa Pedrazzoli hob hervor, dass ihnen die Qualität der Produkte im Geschmack und Aussehen besonders am Herzen liegt: Wer eine Scheibe rohen Bio-Schinken 24 Monate oder Mortadella Bologna IGP Bio probiert, kann es am besten verstehen. Giovanni Cannas, Inhaber der Fattoria Lischeto (www.agrilischeto.com) in der Toskana, bekam bereits 1993 eine Bio-Zertifizierung für seine Käsesorten. Heute schwärmt er vor allem für seinen Pecorino delle Balze Volterrane DOP, den erstem DOP-Käse hergestellt mit pflanzlichem Lab in Italien überhaupt. Wer einen besonderen Parmesankäse kosten möchte, der sollte den Parmigiano Reggiano Biologico di Bianca Modenese von Montanari & Gruzza (www.montanari-gruzza.it) probieren: Bei dem Biohersteller nennt man diesen Käse mit 100 Monaten Reifung „Meditationskäse“. Wollte man den Europaweit größten Hersteller von Bio-Hähnchen und Putenfleisch kennenlernen, besuchte man den Stand von Fileni (www.fileni.it) aus der Region Marche, der nur zertifiziertes Fleisch anbietet. Alles rund um Öle aus den verschiedensten Samen und deren Gebrauch, und nicht nur in der Küche, konnte Andrea Parodi von Parodi Nutra (www.parodinutra.com) erzählen: Neben Mandelöl produziert die ligurische Firma auch Öl beispielweise aus Brokkoli – und dazu einen unwiderstehliche Aufstrich aus Haselnüssen (www.ilparodi.com). Eine besondere Geschmacksnote hatten die würzigen Bio-Salamini von Salumificio Del Vecchio (www.delvecchio.it) aus der Region Romagna: Die „Aromatizzati“ schmecken nach Sangiovese-Wein, Chili oder auch Trüffel. Auch der Nero di Voghiera, der schwarze Knoblauch von Nero Fermento (www.nerofermento.it), hat einen leichten Trüffelgeschmack. Dieser Knoblauch wird in 60 Tagen Fermentierung von weiß zu schwarz und bekommt damit eine süßliche zarte Note.

Del Vecchio 2 Biofach 2019 NDR_2
Del Vecchio Biofach 2019 NDR_2
Fattoria Lischeto Biofach 2019 NDR_2
Il Nero di Voghiera 2 Biofach 2019 NDR_2
Il Nero di Voghiera Biofach 2019 b NDR_2
Montanari Gruzza 2 Biofach 2019 NDR_2
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Pedrazzoli 2 Biofach 2019 NDR_2
Pedrazzoli Biofach 2019 NDR_2
Montanari Gruzza Biofach 2019 b NDR_2

Koch-Show auf der Biofach 2019
(Bilder: Harald G. Koch)

In Rahmen des Projekts „True Italian Taste“, das sich die Bekämpfung des sogenannten „Italian Sounding“ als Ziel gesetzt hat, organisierte die italienische Handelskammer München-Stuttgart zusammen mit den Bio-Konsortien „Il Biologico“ und „Bioexport“ eine informative Koch-Show über die echten italienischen Bioprodukte mit Küchenchef Ersilio Montella (vom Mailänder Restaurant „Bio.it“) auf der Biofach 2019. Dieses Phänomen ist schon längst bekannt: Als Endverbraucher hört oder liest man oft den Namen eines Gerichts oder eines Lebensmittels, die „italienisch“ klingen. Konsequenterweise freut man sich auf echte italienische Produkte. Doch das stimmt leider nicht immer, denn in manchen Fällen ist ausschließlich der Sound „italienisch“.
Während der Koch-Show erklärte Montella die Eigenschaften der verwendeten italienischen Bioprodukte und warum es sich lohnt, hoch qualitative italienische Bio-Lebensmittel zu  benutzen. Neben Alessandro Marino, Geschäftsführer der italienischen Handelskammer München-Stuttgart, und Lino Nori, Vorsitzenden des Konsortiums „Il Biologico“, nahmen am Event auch Günther Kreuzer, Honorarkonsul der Italienischen Republik in Nürnberg, Barbara Regitz, Abgeordnete des bayerischen Landtags, und Jörg Bornmann, Journalist und Herausgeber von genussfreak.de teil.