„Sogni e Altiforni“


Text: Nicoletta De Rossi

Das Buch „Sogni e Altiforni“ der Autoren Cristina de Vita und Gordiano Lupi erzählt von der Erinnerung an eine große Liebe der jüngeren Jahre vor dem Hintergrund zweier Spielorte, Trani in Apulien und Piombino in der Toskana.

Als erwachsene Leute sollte man „mit den Erinnerungen“ und nicht „von Erinnerungen“ leben, so erzählt Autor Gordiano Lupi im ersten Teil des in italienischen Sprache verfassten Romans „Sogni e Altiforni“. Lupi beschreibt das Leben von Giovanni, einem Fußballspieler aus dem toskanischen Piombino der vor seiner sehr erfolgreichen Fußballkariere in Mailand eine Zeitlang in der Fußballmannschaft von Trani in Apulien gespielt hatte. Dort hatte er sich in die schöne Debora verliebt. Es war eine Liebesgeschichte, die – wie Cristina de Vita im zweiten Teil des Buches beschreibt – durch Zufall begonnen hatte. Eine Liebesgeschichte aus anderen Zeiten, als es Verlobten in süditalienischen Städten wie Trani fast nur Händchenhalten in der Öffentlichkeit gestattet war. De Vita beschreibt mit raffinierter Zärtlichkeit die Gefühle Deboras und ihre tiefe Enttäuschung, als sie versteht, dass sich Giovanni ein neues Leben im fernen Mailand verschafft hatte und dass er zu ihr nach Trani nicht mehr zurückkommen würde. Das Leben nimmt für beide seinen Lauf, mit anderen Partnern. Sowohl Debora als auch Giovanni leben ihr Leben mit Höhen und Tiefen. Beim Lesen versteht man, dass es sich um kein besonders glückliches Leben handelte. Ob sie sich in den späteren Jahren, in denen beide wieder allein waren, wieder getroffen haben?

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Erinnerungen – ein großes Thema des Lebens
In beiden Teilen dieses vierhändig verfassten Romans geht es um die Erinnerungen an die Jugendzeit und um die Sehnsucht danach und nach einer großen Liebe. Die Autoren interpretieren dieses Thema unterschiedlich, das jeden Mensch, vor allem ab einem bestimmten Alter, trifft. Die Einstellung Deboras ist positiver, die von Giovanni schwermütiger, fast pessimistisch. Das mag vom Charakter der beiden abhängig sein, oder weil Frauen ihr Leben doch oft romantischer und träumerischer empfinden?
Auf jeden Fall haben Lupi und de Vita mit „Sogni e Altiforni“ einen packenden Roman in einer klaren Sprache geschrieben, der einige Leser seufzen lässt und bei jedem alte Erinnerungen weckt, denn dieses Buch erzählt die Geschichte von vielen – zu Recht wurde der Roman für den italienischen Literaturpreis Premio Strega 2019 nominiert.

„Sogni e Altiforni“
„Piombino-Trani senza ritorno“ von Gordiano Lupi und „Sinfonia d’autunno – la voce di Debora“ von Cristina de Vita

Edizioni A.Car
In italienischer Sprache
320 Seiten
ISBN 978-88-6490-211-1

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