Italien hat die schönsten Berge der Welt


Interview: Nicoletta De Rossi    •   Bilder: Ulrich Maly, privat

Der Oberbürgermeister von Nürnberg Ulrich Maly liebt Italien, sowohl Land und Leute als auch die italienische Sprache und Küche, aber vor allem seine Berge.

„Buongiorno Signor Sindaco!“, „Buongiorno Signora De Rossi“. So fing mein Gespräch mit Herrn Dr. Ulrich Maly, dem Oberbürgermeister von Nürnberg, an. Maly kann aber viel mehr als nur ein paar italienische Floskeln: Er kann sich wunderbar in italienischer Sprache unterhalten! Das hat nicht wirklich mit den Beziehungen der Stadt Nürnberg zu der Partnerstadt Venedig zu tun – oder zur Stadt Verona, mit der es einen lebendigen wirtschaftlichen Austausch gibt. Maly entwickelte seine Liebe zu Italien während seines Studiums, als er bei einem italienischen Nürnberger Weinhändler jobbte. Dadurch kam er das erste Mal in engeren Kontakt mit der italienischen Mentalität und Kultur – und mit der italienischen Sprache, die er durch die Praxis erlernte. Danach kamen mehrere Reisen nach Bella Italia und auch einige politische Treffen, vor allem in Bologna. All das verstärke seine Liebe für die Halbinsel, aber vor allem waren (und sind es heute noch) die italienischen Berge, die den beliebten Nürnberger Oberbürgermeister immer wieder aufs Neue in ihren Bann ziehen. Bergsteigen ist eine seiner Leidenschaften: „Die italienischen Berge sind die schönsten der Welt, und zwar überall, sowohl in den Alpen als auch im Apennin,“ behauptet Maly, der auch schon auf dem Gran Sasso war.

Dr. Ulrich Maly ist seit 1. Mai 2002 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Nürnberg. Seit Januar 1984 ist er SPD-Mitglied.

Fotohinweis:
Stadt Nürnberg/Ludwig Olah
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Wo sich Maly in Bella Italia besonders wohl fühlt
Einen italienischen Lieblingsort hat er nicht. „Ein Lieblingsort ist meistens der Ort, den man mit besonders schönen und intensiven Erinnerungen verbinden kann,“ so der Nürnberger Politiker. Und von schönen Erinnerungen in Italien hat er wirklich viele, wie vom Palazzo De’ Rossi in Sasso Marconi, den er unter anderem auch mit gutem italienischem Essen verbindet. Aber auch Venedig liebt er, vor allem dann wenn möglichst wenige Touristen die Lagunenstadt besuchen, wie beispielsweise im Dezember: „Selbst bei schlechtem Wetter ist diese Stadt wunderschön,“ sagt er. Ulrich Maly schwärmt aber vor allem von den italienischen Bergen: von den Alpen im Aostatal, über die piemontesischen Berge in verschiedenen Tälern, wie der Valle Maira oder der Valle Stura, bis hin zu den Dolomiten, den Dolomiti Orientali oder dem Bergmassiv Gran Sasso. Und die italienische Sprache? Er ist immer wieder von einigen typisch italienischen Ausdrücken fasziniert, wie „una mezz’oretta“ – eine halbe Stunde, die sich bis zu Eineinhalbstunden dehnt – oder „cento metri“, die nie genau 100 Meter sind oder „un piccolo piatto di pasta“, der sich als so ein großer Teller Nudeln entpuppt, den keiner bewältigen kann. „Italiener verwenden diese Art Diminutiven mit so einer beeindruckenden Grandezza,“ erzählt Maly und dabei muss er schmunzeln. Es sind aber auch ganz normale Alltagswörter, die sich in sein Gedächtnis eingeprägt haben, wie zum Beispiel „accappatoio“ (Bademantel). „Ich finde den Klang dieses Wortes  sehr schön und werde es nie vergessen. Vor Jahren war ich in einer italienischen Berghütte, und die Inhaberin sagte zu mir, ich gebe Ihnen einen accappatoio, erst wenn Sie das Wort richtig ausgesprochen haben,“ erinnert sich Maly lächelnd. Und es stimmt, er spricht dieses Wort, und viele andere auch, perfekt und ohne deutschen Akzent aus!