Wandern rund um Capo d’Orso auf Sardinien


Text und Bilder: Nicoletta De Rossi

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Im Nordosten der Insel Sardiniens wandert man zwischen den bizarren Felsformationen des Capo d‘Orso und den faszinierenden Ausgrabungsstätten rund um Arzachena.

Wenn der Nordwind am Capo d’Orso (Bärenkap) pfeift, widersteht man nur mit Mühe zu Füßen des gigantischen windzerzausten Granitfelsen in der Nähe von Palau im Nordosten Sardiniens. Die einzigartige Silhouette des uralten „Wächters“ dieser Küste ist bereits von weitem leicht zu erkennen. Eine gesicherte Natursteintreppe führt in ungefähr 30 Minuten nach oben, auf 120 Meter Höhe. Von hier oben hat man ein atemberaubendes Panorama auf den Archipel von La Maddalena, das offene Meer und die Insel Korsika: Capo d’Orso, das Wahrzeichen der Region Gallura, ist tatsächlich ein wunderbarer Aussichtspunkt!

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Nuraghe la Prisgiona 2 NDR_2

Archäologie zu Fuß
Nicht weit entfernt von Capo d’Orso und der kleinen Hafenstadt Palau kann man beim Wandern in der Gegend von Arzachena faszinierende Ausgrabungsstätten entdecken. Hier trifft man auf Nuraghi – megalithische Gebäude aus großen, kaum bearbeiteten Steinen, die auf der Insel zwischen 1800 und 500 v. Chr. errichtet wurden – und auf die sogenannten Tombe dei Giganti (Gräber der Riesen), erstaunliche Nekropolen aus der Bronzezeit (1800 – 1600 v. Chr.). Eine von diesen Stätten ist die Tomba dei Giganti Coddu Ecchiju, die man auf einer einfachen Wanderung erreicht. In der Nekropole herrscht eine einzigartige Stimmung, die einen verstummen lässt. An solchen Nekropolen (es gibt zirka 700 davon auf Sardinien) tanken Einheimische und Touristen Kraft und Energie. Diese Orte strahlen so viel Energie aus, dass ihnen viele Menschen therapeutische Wirkungen zuschreiben. In der Nähe der Nekropole befindet sich auch der Nuraghe La Prisgiona (zwischen 1400 und 1000 v. Chr.). Der einfache Weg nach oben durch die mediterrane Macchia und einen kleinen Wald nimmt ungefähr eine knappe Stunde in Anspruch. Begleitet wird man von den starken Düften und den kräftigen Farben dieser Landschaft, bis man beeindruckt vor der mächtigen Anlage steht: Bei Sonnenuntergang ist die Stille dort einfach betörend.

Nuraghe la Prisgiona 2 NDR_2
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Tomba di Giganti Coddu Ecchiju 1 NDR_2
Tomba di Giganti Coddu Ecchiju 2 NDR_2

TIPP
Die beste Zeit zum Wandern in dieser Gegend ist im späten Frühling, Spätsommer oder frühen Herbst, wenn die Temperaturen angenehm sind. Im Frühjahr ist die Pracht der Farben und der Blüten ein besonders Erlebnis!

Weg zum Nuraghe Prisgiona 3 NDR_2
Weg zum Tomba di Giganti 1 NDR_2
Weg zum Tomba di Giganti 2 NDR_2