Geschichtsträchtiges Melfi in der Basilikata


Text und Bilder: Nicoletta De Rossi 

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In der hügeligen Landschaft der Vulture Melfese in der Basilikata liegt die Stadt Melfi, wo Friedrich II. Geschichte schrieb.

Nähert man sich der Stadt Melfi in der Basilikata, taucht zuerst am Horizont die mächtige Silhouette ihrer Burg aus der wunderschönen hügeligen Landschaft auf. Hier verfasste Friedrich II. 1231 „Le Costituzioni di Melfi“ (die Konstitutionen von Melfi) in Zusammenarbeit mit Pier delle Vigne (Petrus de Vinea): Es handelte sich um die erste schriftliche Gesetzsammlung eines modernen Staates.
Bereits vom weiten beeindruckt die imposante Festung aus dunklem vulkanischem Stein. Erbaut wurde sie im 11. Jh. von normannischen Grafen, unter Friedrich II. Restauriert, wurde sie später, in der Zeit der Anjous und Aragonier, weiter ausgebaut.
Auf dem weiten Platz vor der Festung genießt man einen schönen Blick auf die Stadt und die umgebenden Hügel. Von hier erkennt man auch den viereckigen Kirchturm der normannischen, Maria Assunta gewidmeten Kathedrale von 1056: Es ist ein echtes Wunder, dass er verschiedene verheerende Erdbeben überstanden hat.

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Ein Knotenpunkt verschiedener Kulturen
Ab dem 16. Jahrhundert bis in die Hälfte der 1950er Jahre gehörte die Burg der mächtigen italienischen Familie Doria. Heute beherbergt sie ein sehenswertes archäologisches Staatsmuseum, wo man erfährt, dass Melfi, in einer strategischen Lage gelegen, schon in der Antike ein wichtiger Knoten- und Treffpunkt vieler verschiedener Völker und Stämme war. Zahlreiche Funde aus vielen Epochen erwarten den Besucher hier, der sich vor allem den eindrucksvollen Sarkophag von Rapolla aus dem 2. Jh. n. Chr. und die bezaubernden Keramikobjekte aus dem Grab 669 nicht entgehen lassen sollte.

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Für Feinschmecker: der Wein Aglianico del Vulture
Von Melfi aus ist es nicht weit nach Rionero Vulture. Der Ort ist in der Basilikata wegen seinen vielen Weinkellereien mit der Weinsorte Aglianico bekannt. Ein besonderes Mikroklima und der vulkanische Tuffstein erweisen sich als ideal, um diesen Wein hier herzustellen und zu lagern. Die preisgekrönte Weinkellerei Cantine del Notaio beispielsweise stellt pro Jahr etwa 400.000 Flaschen her. Ihre Etiketten haben Namen aus dem juristischen Wortschatz, wie Sigillo oder Rogito, weil der Gründer der Kellerei Gerardo Giuratrabocchetti ein Jurist war. Bei einer Führung besucht man den historischen Keller und sieht dabei auch eine bezaubernde Krippe, die das Alltagsleben in der Vergangenheit zeigt.

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TIPPS

• Spuren von Friedrich II. findet man auch im Kastell von Lagopesole, wo sich ein multimediales Museum über den Staufer befindet.

• Es lohnt sich auch ein Ausflug in die Umgebung nach Venosa: Die Heimstadt des römischen Dichters Horaz ist ein echtes Juwel!

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