Ferragosto – wegen Urlaub geschlossen!


Text & Bilder: Nicoletta De Rossi

Mattinata Baia delle Zagare 12 NDR_2

Ferragosto, der 15. August, ist traditionell der Höhepunkt des italienischen Sommers. Wie verbringen Italiener die Tage rund um diesen Nationalfeiertag?

Vor Jahren bedeutete Ferragosto, tatsächlich der kollektive Exodus ans Meer: Gespenstige Städte mit menschenleeren Straßen und geschlossene Geschäfte, überfüllte Strände und ausgebuchte Hotels waren das Ergebnis. Es war undenkbar, noch ein freies Zimmer an einem Badeort zu finden.
Mitte August haben auch heute noch die allermeisten Italiener Urlaub: Der 15. August ist sowieso Nationalfeiertag auf der Halbinsel, eigentlich wegen des religiösen Festes von Mariä Himmelfahrt. Das bedeutet aber nicht, dass jeder in Urlaub geht – in den letzten Jahren hat sich Vieles geändert, vor allem wegen der großen Krise.
Trotzdem wird Ferragosto traditionell mit der Familie und vielen Freunden gefeiert, zum Bespiel bei einem Ausflug ans Meer oder auf dem Land außerhalb der Stadt, womöglich bei einem Picknick oder in einer typischen Trattoria. Überall im Belpaese finden religiöse Veranstaltungen und Volksfeste statt: Bei der Entscheidung, was zu tun, hat man eigentlich die Qual der Wahl.
Wer zuhause bleibt, hat im Kühlschrank oder in der mit kaltem Wasser gefüllten Badewanne schon eine Wassermelone parat, die in Gesellschaft verspeist wird: Sie ist die Krönung jeder hochsommerlichen Mahlzeit in Italien, vor allen an den Tagen um Ferragosto!

TIPP
Das Wort Ferragosto stammt aus dem Lateinischen „feriae Augusti“. Es war ein freier Tag für alle römischen Bürger und deren Slaven – er wurde in der Zeit des Kaisers Augustus verordnet, weil der 15. August als der heißeste Sommertag galt!

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