Entdeckungstour an der kalabrischen Costa degli Dei


Text und Bilder: Nicoletta De Rossi

Pizzo calabro 9 NDR

Pizzo Calabro, Tropea und Capo Vaticano an der kalabrischen Costa degli Dei: Die Küste Kalabriens am Tyrrhenischen Meer fasziniert den Besucher auch im Herbst mit atemberaubenden Landschaften, dem authentischen Charme der Ortschaften und kulinarischen Highlights.

An der Tyrrhenischen Küste Kalabriens erhebt sich am Hang einer malerischen Landzunge über dem Golf von Sant‘Eufemia die kleine Stadt Pizzo Calabro. Pizzo ist der nördlichste große Ferienort der kleinen Provinz Vibo Valentia an der Costa degli Dei (Küste der Götter). Die pittoreske und authentische Altstadt wird von engen Straßen und Gassen und alten Palästen mit dekorativen Steinmaskaronen an den Hausportalen geprägt. Ab und zu öffnen sich malerische Ausblicke nach unten auf Buchten, Strände und das offene Meer. Bevor wir die Chiesetta di Piedigrotta mit ihren vielen Statuen aus Tuffstein, ungefähr ein Kilometer nördlich von Pizzo, besuchen, genießen wir die Spezialität der Ortschaft: das Tartufo di Pizzo. Mit den weißen und schwarzen Trüffeln der Region hat diese Köstlichkeit aber nichts zu tun. Es geht diesmal um ein unwiderstehliches Schokoladen– und Walnusseis mit einem cremigen Herzen aus geschmolzener Bitterschokolade und bestreut mit Kakao. Dieser Leckerbissen wurde in Pizzo vor genau 40 Jahren von Enrico Penna erfunden, der seine Köstlichkeit auch patentierte.
Als wir zur Chiesetta Piedigrotta kommen, durchdringen erste Sonnenstrahlen die dichte Wolkendecke und überfluten die kleine, in den Felsen gehauene Kirche mit ihrem Licht. Errichtet wurde sie – laut der Legende – von Seeleuten am Ende des 17. Jahrhunderts, die sich auf diese Weise für ihre Rettung beim Untergang ihres Schiffes bedanken wollten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erweiterte sie der lokale Künstler Angelo Barone und gewann dabei aus dem weichen Sandstein erste Statuen – eine Arbeit, die sein Sohn später fortsetzte. Der Blick auf das Meer vor der Kirche ist bezaubernd, genauso wie vom Kastell der Aragonier aus, das mit seiner dunkleren Silhouette über den Hafen wacht. Hier wurde 1815 Joachim Murat, Schwager Napoleons und König Neapels, während der Restauration hingerichtet. Nebenan befindet sich ein maroder alter Palazzo, der auch von der Uferpromenade aus gut zu sehen ist. Ein Aperitif bei milden Temperaturen und einem spektakulären herbstlichen Sonnenuntergang lässt uns diesen Schönheitsfehler aber sofort vergessen.

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Tropea und Capo Vaticano  
Wir fahren weiter an der Costa degli Dei entlang nach Tropea und bleiben am Belvedere der Piazza Cannone hängen.  Von hier aus erkennen wir in der Ferne den Vulkan Stromboli und haben auch einen wunderbaren Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, die weiße Kirche Santa Maria dell’Isola. Das benediktinische Heiligtum thront auf einem Sandsteinfelsen und zieht wirklich alle Blicke auf sich. Vorbei an der zentralen Piazza Ercole, dem Herzen Tropeas, schlendern wir über die Flaniermeile Corso Vittorio Emanuele III, passieren den Brunnen der Delfine, wo einst der Markt stand, und gelangen zum Belvedere. Hier bietet sich ein wunderbarer Blick auf das türkisblaue Meer, den weißen Strand Le Roccette, die uns an die Karibik erinnert, und die Isola Bella. Um zu sehen, wie steil über dem Meer die Stadt auf dem Felsplateau thront, laufen wir die Treppen nach unten, bis wir den Lungomare erreichen. Hier sind die großen bogenartigen und wenig ästhetischen Betonstrukturen, welche die Felsen befestigen, nicht zu übersehen – eine notwendige und praktische Lösung, die man aber verschönern sollte. Die untergehende Sonne färbt die Gebäude der Altstadt rosa und schenkt uns einen bezaubernden Sonnenuntergang mit dem Stromboli im Hintergrund.
Möchte man einsamere, im Herbst besonders menschenleere Buchten erleben, fährt man am besten nach Capo Vaticano, ungefähr 15 Kilometer südlich von Tropea. Vom Aussichtspunkt aus sieht man von hier bei klarer Sicht bereits die Liparischen Inseln mit dem Stromboli. Wir blicken nach unten und entdecken rund um die Faraglioni ein so türkisblaues Meer, dass die Boote darauf zu schweben scheinen. In der Nähe kaufen wir eine köstliche, milde und süße Mousse aus den typischen roten Zwiebeln aus Tropea IGP, die uns später an die wunderbare Costa degli Dei erinnern wird.

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Gelateria Enrico
In der großen Eisdiele genießt man seit 1979 das echte Tartufo di Pizzo® und 40 weitere leckere Eissorten.
www.gelateriaenrico.com

Delizie Vaticane
Verarbeitung und Verkauf der roten Zwiebeln aus Tropea Calabria IGP.
www.delizievaticane.it 

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Popilia Country Resort
Das Resort in der Nähe von Pizzo Calabro liegt umgeben von alten Olivenbäumen inmitten der Natur. Neben sehr komfortablen Zimmern und einem eleganten Ambiente werden auch Naturpfade und ein schöner Pool angeboten. Verwöhnt wird der Gast mit einem reichlichen Frühstückbuffet und exquisiten Menüs im eigenen Restaurant.
www.popiliaresort.it