Gianni Conte: Mit dem Triride über alle Berge


Text und Bilder: Susanne Wess   •   Aufmacher-Bild: ©Triride

Gianni Conte in action 02 Triride

Gianni Conte und sein Triride: Conte ist ein echter Selfmade Man all’italiana. Seit einem Motorradunfall vor 31 Jahren sitzt der gelernte Elektroingenieur im Rollstuhl. Da er in einem wunderschönen mittelalterlichen, aber sehr hügeligen Dorf in den Marken lebt und sich nicht immer mühsam manuell fortbewegen wollte, hat er ein Zuggerät mit E-Motor erfunden, das seinen Siegeszug unter Rollifahrern in aller Welt angetreten hat: das Triride

Das Motorrad war die Leidenschaft von Gianni Conte. Mit seiner Enduro nahm er als junger Mann an Meisterschaften teil. Bis er 1988 einen schweren Unfall hatte, der ihn seither an den Rollstuhl fesselt. Doch Gianni Conte ist nicht einer, der aufgibt. Im Gegenteil: Er hat wie auch schon vorher fleißig Sport und Muskelaufbau betrieben: Fitnesstraining, Rollstuhllanglauf und vieles mehr. Doch das Fortbewegen im hügeligen Montegranaro wurde mit der Zeit immer beschwerlicher. Und kam dem einstigen E-Techniker die Idee, ein Gerät zu entwickeln, das seine Mobilität entscheidend erhöht. Klar, dass dieses Zuggerät irgendwie einem Motorrad ähneln sollte. Und da Gianni ein Mann der Tat ist, hat er nicht lang gefackelt: Er zog sich in seine bestens ausgestattete Heimwerker-Garage zurück, hat monatelang herumgebastelt und eines Tages war es dann soweit: Der Prototyp des Triride war geboren. Das war 2011.

Gianni Conte in action 03Triride
Triride Ganni Conte 01_Susanne Wess
Gianni Conte in action 01 Triride

Mobilität auch für die Amici: Die Erfolgsgeschichte des Triride.
In den ersten zwei Jahren hat Gianni Conte mit seiner Eigenkonstruktion fast 5.000 Kilometer zurückgelegt. So viel mehr war nun für ihn erreichbar. Gianni war zufrieden mit seiner Konstruktion und das war’s. Aber viele Freunde – ebenfalls Rollifahrer – haben ihn angesprochen. Auch sie wollten so ein schickes und motorstarkes Zuggerät. „Wo hast du es gekauft?“ war die Frage. „Ist selbstgebaut“, war die Antwort. Da er auch anderen Menschen die neu gewonnene Freiheit ermöglichen wollte, hat Gianni drei weitere Geräte  gebaut. Die Nachfrage stieg weiter, und Gianni hatte fast keine andere Wahl als in Serienproduktion zu gehen.
Anfangs bestand die Firma aus zwei Personen, ihm selbst und einem Helfer. 2013 kam bereits der erste Angestellte dazu. Inzwischen sind es 25 und 10 Handelsvertreter in ganz Italien. Triride produziert derzeit 3.000 Stück pro Jahr – diverse Modelle für die unterschiedlichsten Bedürfnisse. Diese verkaufen sich in die ganze Welt, von Großbritannien über Frankreich, nach Österreich, nach Kanada, in die USA oder gar nach Neuseeland. Auch Japan hat bereits Interesse angemeldet. Und so wird Triride – wie bereits 2016 in Rio de Janeiro – nun auch Sponsor der italienischen Mannschaft bei den Paralympics 2020 in Tokio sein.
Gianni Conte ist mit seinem Coup höchst zufrieden. Er selbst hat sein Triride ins Flugzeug mitgenommen und war damit in den USA, auf Kuba und in Afrika. Zuletzt hat er im Urlaub in den Bergen Südtirols 100 Kilometer Fahrradwege pro Tag zurückgelegt. Er liebt diese Freiheit, die Weite und das Gefühl, wieder ganz unabhängig in der Natur unterwegs sein zu können. Denn Freiheit, so das Credo des Motorradfans, ist das Elixier des Lebens. Und davon hat er jetzt – und mit ihm so viele andere – wieder ein großes Stück zurückbekommen.

Alle Triride-Modelle sind im Handumdrehen an jede Art von manuellem Rollstuhl anzubringen. Das Zuggerät ist klein, kompakt, leicht und hat doch einen starken Motor.
Das alles hat dazu geführt, dass das Triride auch in den Bergen unterwegs sein kann, auf Kieswegen, am Strand, über Matschwege. Und das dank starker Lithiumbatterien mit einer Reichweite bis zu 100 km.

www.trirideitalia.com
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Triride-Bezugsquellen in Deutschland u.a.:

Rolli-World in Kirchheim bei München
Kadomo

Triride Ganni Conte 02_Susanne Wess