Dolce Vita à la Bozner Art


Text: Nicoletta De Rossi    •    Bilder: Harald G. Koch

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Nachdem man den Brenner passiert hat, wechselt schlagartig das Klima – und damit die gesamte Atmosphäre. Ich habe jedes Mal das Gefühl, auf der Sonnenseite der Alpen angekommen zu sein. In Bozen fühlt man sich in der Tat fast wie im Süden – vor allem auf dem Walther-Platz, im Herzen der Südtiroler Hauptstadt.

Wie so oft ist das Wetter in Bozen schön. Wie viele wolkenlose Tage man dort erleben kann, weiß ich nicht genau, aber dass die Südtiroler Stadt häufig von der Sonne geküsst wird, ist eine Tatsache. Wie immer beim schönen Wetter ist die Piazza Walther gut besucht. Alle Tische der Bars rund um den Platz sind besetzt: Der eine gönnt sich gerade eine Mittagspause, die andere kommt mit vollen Einkaufstüten aus den berühmten, 300 Meter langen Arkaden, den sogenannten „Lauben“ – der Shoppingmeile Bozens schlechthin. Eine Mama schaukelt ihr Baby im Kinderwagen bei einem caffè, und einige Kinder naschen ihr Stracciatella-Eis. Im Bozener „Wohnzimmer“ treffen sich alle – Alt und Jung, Einheimische und Touristen. Die Atmosphäre ist entspannt, wie auf einer typisch italienischen Piazza, aber hier wird Cappuccino mit Apfelstrudel serviert, spricht man den Barmann mit Barist (vom Italienischen barista) an und unterhält sich abwechselnd in deutscher und italienischer Sprache – in Bozen gibt es den größten Anteil der italienischen Sprachgruppe (ungefähr 73%) Südtirols.

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Das Tor zum Süden
Trotz des starken mediterranen Flairs entdeckt man auf dem Hauptplatz der Landeshauptstadt eindeutige Spuren der Tiroler Tradition – auch Klaus Walter gehört zur Tiroler Seele dieser Stadt. Der vielen Südtirolern und Besuchern bekannte Künstler spielt oft auf dem Platz seine angeblich einzige noch in Südtirol erhaltene und funktionierende  Violinzither – ab und zu wird er von seiner Frau begleitet, die gelernte Restauratorin und begeisterte Jodlerin und Sängerin ist. Auch heute spielt er im Herzen der Stadt und zieht alle Blicke auf sich! In der Sonne ist inzwischen so warm geworden, dass große Sonnenschirme aufgespannt werden. Ich laufe Richtung Dom und dabei beobachte die Statue des Minnesängers Walther von der Vogelweide – kein Wunder, dass Klaus Walter ganz in ihrer Nähe spielt! Vor dem Bozener Dom, der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt, stehen Töpfe mit bunten Blumen. Das Wahrzeichen der Stadt ist ein echter Juwel romanischer und gotischer Baukunst mit buntglasierten Dachziegeln. Auch hier vereinigen sich die zwei Seelen Südtirols in einer äußerst gelungenen Harmonie.

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TIPP
Mit seinen 5.300 Jahren ist Ötzi die älteste Feuchtmumie der Welt: Den weltberühmten Mann aus dem Eis kann man im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen besuchen.  www.iceman.it/de