Panarea: Ein Tauchparadies mit glasklarem Wasser


Text: Nicoletta De Rossi    •    Bilder: Nicoletta De Rossi & Francesco Sesso

@Francesco Sesso- REF PESCE PETTINE MALUPASSU

Auf der kleinsten Insel des Liparischen Archipels rühmen sich die Gewässer einer unglaublich klaren Sicht bis hinunter in 40-50 Meter Tiefe: die perfekten Bedingungen für unvergessliche Tauchgänge und wunderschöne Fotos unter Wasser – bei Wassertemperaturen, die im Hochsommer bis zu 28 °C erreichen.

© Nicoletta De Rossi
© Nicoletta De Rossi

Der erste und unvergessliche Eindruck unseres Tauchurlaubs auf Panarea ist der spektakuläre Blick auf das felsige Eiland Dattilo von der Bucht des kleinen Hafens aus. Zusammen mit den unbewohnten Eilanden Lisca Nera, Lisca Bianca und Basiluzzo besteht Panarea aus den Resten eines bereits vor Tausenden von Jahren ins Meer gestürzten Kraterrandes. Unter Wasser findet man hier überwiegend Felswände, die bis in 100 Meter Tiefe reichen. Dies ist der Grund für die extreme Klarheit dieser Gewässer: Bis durchschnittlich 50 Meter Tiefe kann man immer perfekt sehen!

Unser erster Tauchplatz heißt Spinazzola und liegt auf der westlichen Seite des Eilandes Basiluzzo am Felsen Scoglio di Spinazzola. Bereits vom Weiten sieht man an der Wasseroberfläche einige Bläschen hochkommen: Es handelt sich um schwefelhaltige Gase, eines der vulkanischen Phänomene in dieser Gegend. Die steile Wand des hellen Monolithen reicht 45 bis 50 Meter tief. Bis 30 Meter Tiefe ist sie wegen der hohen Lichteinstrahlung kaum bewachsen, und deswegen sind die verschiedenen Schichten des Felsens besonders gut sichtbar. Wir treffen auf Barrakudas und Zackenbarsche: Sie scheinen, sich hier zuhause zu fühlen. Ab 35 Meter entdecken wir gelbe Hornkorallen und Schraubensabellen.

© Nicoletta De Rossi
© Nicoletta De Rossi
@Francesco Sesso -DSC_0144M
@Francesco Sesso - Pelagia Noctiluca _Medusa luminosa_ Capo Milazzese.Ambiente 2

Die Klarheit des Wassers ist einfach fantastisch, wir glauben nicht an unsere Augen! Deutliche Spuren des vulkanischen Ursprungs der sizilianischen Insel findet man aber auch an der Punta di Levante, die wir am Nachmittag erreichen: Hier ist der Untergrund komplett rot, und überall strömt Gas aus. Die Sonne geht bereits hinter dem Hügel Punta Corvo unter, und der kleine Hafen San Pietro liegt schon im Schatten, als wir zurückfahren. Nach einem leckeren Fischmenü traditioneller Art genießen wir einen atemberaubenden Blick auf den mit Tausenden von Sternen übersäten Himmel.

© Nicoletta De Rossi
© Nicoletta De Rossi

Früh am folgenden Morgen klingelt der Wecker: Wir wollen den Sonnenaufgang hinter der Silhouette des Eilandes Dattilo nicht verpassen. Belohnt werden wir mit einem wunderschönen Spiel der Farben am Himmel. Um 9 Uhr fahren wir in Richtung Wrack am Lisca Bianca. Es geht um den englischen Schraubendampfer Llanishen, der angeblich aus wirtschaftlichen Gründen hier versenkt wurde. Das Wrack liegt zwischen 26 und ungefähr 40 Meter Tiefe auf dem Sand. In 15 Meter Tiefe ist der Untergrund mit Algen und Neptungras bewachsen. Dann folgt man einer Sandrinne, die direkt zum Bug des Wracks führt. Bei zirka 42 Meter schwimmen unzählige Mönchsfische um den Propeller: was für ein Spektakel!
Und mit diesem wunderbaren Bild vor den Augen verlassen wir am Nachmittag dieses kleine Paradies.

@Francesco Sesso-Relitto_Llanishen_Panarea Poppa Lisca Bianca

Am sizilianischen Flughafen Fontanarossa in Catania kann man ein Shuttle nach Milazzo nehmen, bzw. direkt bei der Schifffahrtgesellschaft Tarnav zusammen mit den Tickets für die Fähre buchen.
Von Milazzo verkehren Schnellboote und Fähren mehrmals am Tag zu allen Liparischen Inseln, bzw. nach Panarea.
www.aeroporto.catania.it
www.tarnav.it und www.eolianshuttle.com

Hotel Lisca Bianca
Das charmante und exklusive Hotel liegt am Hafen San Pietro und verfügt über elegante, mit vielen Designobjekten eingerichtete Zimmer. Auf der Terrasse mit einem wunderschönen Blick auf das offene Meer genießt man das Frühstück und den Aperitif an der Hotelbar.
Via Lani 1 – 98050 Panarea (Messina), Tel. + 39 090 983004/05,  www.liscabianca.it

EOLOSUB Diving Center
Das Tauchcenter liegt ganz in der Nähe vom Hafen, unterhalb des Hotels Cincotta. Gegründet hat es Francesco Sesso 1998. Angeboten werden geführte Tauchausflüge, ARA-Nitrox- und Apnoe-Kurse für alle Schwierigkeitsstufen. Die Tauchbasis ist Zentrum des italienischen Verbandes FIPSAS/CMAS. Auf der Tauchbasis wird Italienisch und Englisch gesprochen. Geöffnet ist ab Ende Mai bis Anfang Oktober.
www.eolosub.it