Unterwasserwelten um Ponza


Text: Nicoletta De Rossi    •    Bilder: Cristina De Paoli, Nicoletta De Rossi, Ponza Diving Center, Carlo Ravenna

© Carlo Ravenna
© Carlo Ravenna

Faszinierende Tauchplätze erlebt man im ponzianischen Archipel um die Insel Ponza: viel mehr als nur ein sportliches Vergnügen!

Wie jeden Morgen herrscht auch heute reges Treiben am Hafen Ponzas, der Hauptinsel des ponzianischen Archipels. Viele Boote fahren aufs offene Meer hinaus: Einige gleiten geräuschlos dahin, andere tuckern quer über der Bucht und ziehen dabei alle Aufmerksamkeit auf sich. Auf dem Flaggschiff des Tauchcenters Ponza Diving Center sind Ausrüstung und Kompressoren bereits an Bord, die gerade noch von den Tauchern kontrolliert werden. „Wir fahren üblicherweise gegen 9 Uhr hinaus. Nach dem ersten Tauchgang essen wir alle zusammen an Bord. Am Nachmittag findet dann der zweite Tauchgang statt, und gegen 17 Uhr ankern wir wieder im Hafen“, erzählt Andrea Donati, Tauchmeister und Inhaber des Tauchcenters.

© Cristina De Paoli
© Cristina De Paoli
© Ponza Diving Center
© Ponza Diving Center

Die Insel Ponza liegt zwischen Rom und Neapel und gehört zur Provinz Latina in der Region Latium. Von beiden Städten aus erreicht man die Häfen von Anzio, San Felice Circeo, Terracina und Formia, von denen Fähren und Schnellboote nach Ponza verkehren – von Formia sogar täglich und ganzjährig.

© Carlo Ravenna
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© Nicoletta De Rossi
© Nicoletta De Rossi

Le Formiche
Heute fahren wir zu den Formiche: einem schönen, mittelschweren Tauchgang an den  Felsen, die östlich von den Faraglioni di Calzone Muto aus dem Meer auftauchen. In Richtung Ponza erreicht die Meerestiefe 25 Meter Tiefe, in Richtung des offenen Meeres sogar 60 Meter. Hier wird alles geboten: Felsen, Wände, Grotten und Prärien von Seegrass. In 9 Meter Tiefe entdeckt man einen spektakulären natürlichen Bogen, der von vielen orangenen Sternkorallen bedeckt ist, einen Meter tiefer einen Tunnel, der zu einer Kammer führt, wo Schwämme und Moostierchen zusammen leben – aber auch ein gut getarnter, großer Drachenkopf ist dort zu sehen. Man taucht wieder neben dem Boot auf.

An Bord relaxen wir in der Sonne und bewundern das durchsichtige Wasser. Nach einer entsprechenden Ruhepause und einer leckeren Pasta tauchen wir wieder an der gleichen Stelle hinab – diesmal schwimmen wir aber Richtung Nord-Osten über einen Kanal aus Neptungras. Rechts erreicht man eine steile, von gelben Hornkorallen geschmückte Felswand in etwa 30 Meter Tiefe. Ein paar Meter tiefer trifft man auf Schwärme von Mittelmeer-Fahnenbarschen. Bei der Rückfahrt planen wir schon den Tauchgang Secca dei Vricci für den nächsten Tag. Nach dem obligatorischen Aperitif auf der Piazzetta Pisacane krönen wir den Tag mit einem königlichen Abendessen.

© Nicoletta De Rossi
© Nicoletta De Rossi
© Cristina De Paoli
© Cristina De Paoli

Tauchen vor Palmarola

Die Secca dei Vricci liegt vor der kleinen unbewohnten Insel Palmarola: Hier ist das Wasser smaragdgrün und so durchsichtig, dass man sich über dessen Tiefe täuschen lässt. Erst 2002 entdeckt, ist diese Untiefe bis 62 Meter tief – und somit ein Tauchgang für erfahrene Taucher! Wir fahren Richtung Grotte di Pilato hinaus. Am Kap von Monte della Guardia sieht man schon die Insel Palmarola, an deren Strand unzählige glitzernde Steine aus Obsidian liegen. Unter Wasser erwartet uns ein spektakulärer Teppich aus roten Gorgonien und weißer Hornkoralle, und plötzlich lässt sich auch ein Mondfisch blicken! Wir tauchen noch tiefer Richtung Norden und schwimmen jetzt fast horizontal. Die Wände zur rechten Hand sind mit weißen Hornkorallen, bunten krustigen Schwämmen und Röhrenschwämmen verschiedener Typen bedeckt:

© Cristina De Paoli
© Cristina De Paoli

ein echtes Spektakel! Wir schwimmen um die nördliche Wand herum, bis wir die ost-süd-östliche Seite erreicht haben: Hier gibt es keine Gorgonien, dafür aber tiefe Höhlen, in denen Langusten und Muränen Zuflucht suchen.

Die Sonne neigt schon zum Horizont, als sich unser Boot wieder dem Hafen nähert. Im Restaurant kommen allerlei Sorten Antipasti auf den Tisch, begleitet von einem guten Glas Biancolella. Dabei entscheiden wir uns für den nächsten Tauchgang: das Wrack „LST 349“ vor Ponza, wo sogar Seepferdchen in ungefähr 20 Meter Tiefe gefunden wurden – so erzählt uns Andrea.

Die Beste Reisezeit ist jeweils vor oder nach der Hauptsaison: von Ostern bis Ende September. In Formia kann man am Hafen das Auto beim Parkservice Golphoservice (www.golphoservice.it) abgeben, denn auf der Insel braucht man das Auto nicht.

Um die Reise nach Ponza zu organisieren: FTI Touristik www.fti.de

Tauchbasis
Das Tauchcenter Ponza Diving Center liegt am alten Bourbonischen Hafen des Hauptortes Ponza. Gegründet 1991 bietet das Tauchcenter, neben geführten Tauchausflügen, PADI–TDI- und JJ-CCR-Rebreather-Kurse für alle Levels.
 Auf der Tauchbasis wird Italienisch, Englisch und ein bisschen Deutsch gesprochen. Geöffnet ab April bis Mitte November.
www.ponzadiving.it

Il Gabbiano
Die große Villa, die heute ein B&B ist, liegt inmitten der mediterranen Macchia auf einem Hügelsattel mit wunderschönem Blick sowohl auf den Hafen von Ponza als auch auf die Nachbarinsel Palmarola.  www.ilgabbianoponza.it

Limonaia a mare
Von der Modestilistin Anna Fendi Venturini geschmackvoll eingerichtetes B&B; von der Dachterrasse aus genießt man einen wunderschönen Blick auf den Hafen, den Ortsteil Santa Maria und das offene Meer.  www.ponzaviaggi.it/LaLimonaia/de

Acqua Pazza
Raffinierte Fischspezialitäten genießt man im zentral gelegenen Restaurant von Gino Pesce. Nudeln und Brot werden täglich selbst gemacht; das Gemüse kommt von den kleinen Gärten der Insel. www.acquapazza.com

A Casa di Assunta
Köstliche Fischgerichte und spezielle Gerichte in der bäuerlichen Tradition der Insel bietet die Chefin Assunta Scarpati in ihrem Restaurant mit Blick auf den Hafen.
Via Panoramica
Tel: +39-0771-820086