Vielfältiges Italien


Text: Nicoletta De Rossi    •    Bild: Robert Seppi, privat

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Robert Seppi findet die Vielfalt Italiens sehr faszinierend: nicht nur die Vielfalt seiner Kultur und Traditionen, sondern auch seiner wunderschönen Borghi, in denen Natur, Kunst und Landwirtschaft eine einzigartige Landschaft geformt haben.

Vom kulturellen und künstlerischen Reichtum der Halbinsel ist Robert Seppi begeistert:
„Völlig unerwartet entdeckt man wertvolle geschichtliche Zeugnisse und Meisterstücke vom unbeschreiblichen Wert – oft unterschätzt – überall in Italien“, sagt der Südtiroler Tourismusexperte, der 28 Jahre lang Direktor des Verkehrsamts der Stadt Bozen war. Von seinem Südtirol liebt er das Spektakel der Natur und der Berge und seine Gastfreundlichkeit. Daher zählen die Dolomiten, und vor allem die Rosengartengruppe, die Sellaronda und die Geislergruppe (Odle), zu seinen Favoriten – genauso wie der Waltherplatz und die Lauben in Bozen. Aber er schätzt auch Castel del Monte in Apulien oder Bergamo Alta sehr, denn „bei jedem Besuch schlägt mein Herz einfach höher.“
„Welche Ortschaften würden Sie einem Touristen empfehlen, der Italien das erste Mal besucht?“ „Statt der klassischen Touren auf der Nord-Süd-Achse würde ich ihm eine Reise vom Ost nach West vorschlagen, beispielsweise von Triest über Venedig, Padua, Verona, Mantua, Brescia, Bergamo und Mailand bis nach Turin – oder auch quer durch das Land, von der Adria zum Tyrrhenischen Meer.“, antwortet Seppi.

Den Touristen, die sich dagegen in Italien schon gut auskennen, empfiehlt er einige weniger bekannte Südtiroler Seitentäler wie das Ultental, die orientalische Lagune in Venetien, das Po-Delta, einige Täler des Apennins zwischen der Toskana und der Emilia-Romagna, die sardische Region Barbagia oder auch das Innere des apulischen Gargano zu besuchen. Genießen ist seiner Meinung nach das Wort, das am besten Italien beschreibt, und zwar das Genießen von Speisen, Lebensart und Mode. Ihm gefällt das Wort „improvvisazione“ ganz gut, denn dieses Wort verkörpert die typisch italienische „Organisation“. Und das Thema Organisation beschäftigt ihn auch bei dem touristischen Angebot Italiens: „Italien sollte mehr in die professionelle intensive Organisation vor Ort statt in teure Spot-Events investieren, die kein wirkliches langfristiges touristisches Interesse erwecken – eigentlich nützen sie nur dem Ego von wenigen.“

Robert Seppi ist heute Berater und Dozent für „Destination Management“: Er hält Ausbildungs-Seminare und Kurse für Tour Operators und trägt zur Verwirklichung von Radwegeprojekten in verschiedenen Regionen Italiens bei.